![]() |
|
|||||||||||
Inhalt Hierbei handelt sich es um einen Ausschnitt des Lebens der Hildegard Knef. Heike spielt und singt wie Hildegard Knef.
| ||||||||||||
Soundtrack Auch in diesem Film ist Heike Makatsch musikalisch unterwegs. Heike singt die Lieder der Hildegard Knef - beindruckend. Mehr dazu findet Ihr demnächst im Bereich: Musik
| ||||||||||||
|
Bilder des Films Klicken Sie auf ein Bild, um es groesser anzuzeigen. Mit freundlicher Unterstützung von Blond PR - Agentur für Kommunikation
|
||||||||||||
|
Interview mit Heike Makatsch
Wann haben Sie Hildegard Knef zum ersten Mal wahrgenommen? Das kann ich gar nicht sagen, sie war ja immer da. Auch wenn sie da schon alt war, mit großer Brille und Baskenmütze. Ihre Blütezeit, ihre Lieder und Texte habe ich früher nicht wahrgenommen. Das ist die Zeit, mit der unser Film endet, in der sie zu einer starken Frau herangereift ist, zu einer starken Künstlerin. War Hildegard Knef für Sie eine Traumrolle? Natürlich ist es für eine Schauspielerin eine Herausforderung, eine Ikone wie Hildegard Knef zu verkörpern. Aber was sie ausmacht, was das Anziehende an ihr ist, war mir anfangs gar nicht klar. Ich spürte eine starke Ambivalenz und erst während der Vorbereitung bin ich ihr wirklich nah gekommen. Wie verlief Ihre erste Begegnung mit der Musik Hildegard Knefs? Wie groß sie wirklich ist, musste bei mir auch erst einmal wachsen. Mein Vater, der gerne Bob Dylan, die Stones und die Pop- und Protestsongs der 60er Jahre hört, der hat sofort gesagt, ?Ach Hildegard Knef, das ist keine Musik für mich?. Dann haben wir Sachen von ihr gehört und er musste zugeben, wie großartig sie ist. Für ihn waren das am Anfang einfach Schlager, dabei kann man gerade in den Knef-Chansons ihre Persönlichkeit, Eigenheit und Eigenart erleben, diese Mischung aus Ungefälligkeit, Weisheit und Philosophie. Darin kann man ihr Leben erkennen, auch wenn man es vielleicht nicht ganz begreift. Sie bringt das mit so wenigen Sätzen auf den Punkt. Dabei versucht ihre Interpretation nicht zu gefallen. In diesen Liedern ist sie zu finden, da muss Hildegard Knef ganz eins mit sich gewesen sein. Kulturell waren die frühen 60er in Deutschland eine finstere Zeit. Mit ihren Chansons war Hildegard Knef damals einzigartig. Wie war das möglich? Damals konnte die Kunst gar nicht den richtigen Ton treffen, weil die Auseinandersetzung mit der eigenen, der deutschen Identität nicht geleistet werden konnte. Das war einfach zu groß, zu schlimm, man war zu weit aus der Bahn geworfen, um nach Holocaust und Krieg zu einer eigenen Stimme zu finden. Dass es Hildegard Knef gelang, gerade in dieser Zeit ihre Stimme zu finden, hängt vielleicht damit zusammen, wie sie sich mit dem Zweiten Weltkrieg, der Judenverfolgung und den Deutschen auseinandergesetzt hat ? auf eine recht trotzige Art und Weise. Sie hat sich, so verstehe ich sie, geweigert, eine persönliche Schuld anzuerkennen. Sie war sieben Jahre alt, als Hitler an die Macht kam, sie war zu jung, um die Gegenrevolution zu starten und sie wollte danach einfach raus aus dem Muff und raus aus dem Deutschland, das nichts mehr war. Sie war getrieben, sie musste einfach ein künstlerisches Ventil finden, da ließ sie sich nicht in Schranken weisen. Gibt es Züge, die Ihnen trotz aller Beschäftigung an Hildegard Knef fremd geblieben sind? Dieses ?So und jetzt weg mit der Vergangenheit, ich will jetzt nur noch nach vorne gucken und durchstarten? ? das kann man aus heutiger Sicht natürlich gar nicht unterstützen. Genau diese Ambivalenz aber ist es doch, die Hildegard Knef ausmacht, dass man nicht sagen kann, sie war eine Heldin oder wenigstens sie war immer politisch korrekt. Sie war jemand an dem man sich stoßen konnte, vielleicht auch stoßen musste. Das ist eine Haltung, die ich am Anfang sehr befremdlich fand. Bei der Verhörszene mit Erich Pommer habe ich Kai Wessel gefragt, wie soll ich das jetzt spielen? Soll man das verstehen, wie sie da ist, soll man davon abgestoßen sein? Sollen wir das verwerflich finden, wenn sie einfach sagt: ?Was hab ich damit zu tun, ich bin Schauspielerin, ich will einfach nur spielen, ich will nicht für die Politik in die Verantwortung genommen werden.? Und Kai hat nur gesagt, ?das musst Du nicht mich, das musst Du Hilde fragen?. Ich finde ihre Haltung hier schwierig. Aber genau das war wohl die Kraft, die sie vorangetrieben hat. Hildegard Knef war in Sachen Selbstbewusstsein und Emanzipation im Deutschland der 50er und 60er Jahre ihrer Zeit weit voraus. Warum war das so? Ich habe ja schon öfter Frauen gespielt, die ihrer Zeit weit voraus waren. Margarete Steiff gehört zum Beispiel dazu oder die sozialistische Feministin Hope Bridges Lehmann, die mit Clara Zetkin und Rosa Luxemburg bekannt war, über die ich gerade einen Film gemacht habe (?Dr. Hope Adams Bridges Lehmann - Hoffnung kann nicht sterben?, Martin Enlen, 2008). Menschen, die so über ihre Zeit hinausgehen, halten es, glaube ich, für ganz selbstverständlich, dass wie sie die Welt sehen, die einzig richtige Art ist. Die nehmen sich nicht extra vor Ich setz mich jetzt für Frauen ein oder Ich mach hier jetzt ein besonders selbstbewusstes Statement, das die Frauen, meine Kunst oder Deutschland nach vorn bringt. Die stellen ihr Tun und sich keine Sekunde in Frage, das ist fest in ihnen einfach verankert. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet? Einer Figur gerecht zu werden, von der viele Menschen schon ein starkes Bild haben, von der es Filme gibt, Tonaufnahmen, das ist schon eine Herausforderung. Natürlich ist das meine Interpretation von Hildegard Knef, dabei durfte ich jedoch nicht vergessen, dass sie viele Spuren hinterlassen hat. Darum habe ich mich schon stark mit dem Bildmaterial auseinandergesetzt und ihren Talkshowauftritten. Die junge Hildegard Knef habe ich viel freier gestaltet als die ältere. Da gab es auch viel weniger Vorlagen. Als junges Mädchen kann sie nicht so gewesen sein wie als 40-jährige Frau. Da ist zuviel Theater, zuviel Film, zu viel Diva in dieser Frau. So musste ich mich durch die verschiedenen Altersstufen arbeiten und ihr verschiedene Attribute für den jeweiligen Altersabschnitt geben. Ich habe mich mit ihrem dritten Ehemann viel unterhalten, ich habe Filmmaterial von ihrem ersten Ehemann, Kurt Hirsch, gesehen und ich habe ihre Bücher und einfach alles, das ich über sie finden konnte, gelesen. Und ich habe sogar Schauspielunterricht genommen (lacht). Musik spielt in HILDE eine zentrale Rolle. Wie haben Sie sich auf die Chansons vorbereitet? Ich habe mich lange mit ihrer Musik beschäftigt und genau studiert, wie sie das singt. Was höre ich da in ihrer Stimme? Für die Aufnahmen habe ich dann ein Jahr lang Gesangsunterricht genommen. Trotzdem kann ich sie leider nicht imitierten. Wenn ich eine Version von mir höre und gar nicht so schlecht! denke, höre ich mir ihre Fassung an und dann sinkt mir das Herz, weil es natürlich nicht an das herankommt, was sie in der Stimme hat. Dadurch habe ich sie aber als Mensch viel besser verstanden. Bei den Szenen in den 60er Jahren tragen Sie wunderbare Kleider. Als sie noch jung war, da ist Hildegard Knef ein Mädchen ihrer Zeit, doch in den 60er Jahren wird sie zu der Ikone, von der wir alle wissen, wie sie sich anzog. Helfen Kleider einem Schauspieler? Das hilft ungemein. Wenn man morgens in Turnschuhen und Jeans und ungeschminkt an den Set kommt und gesagt wird, jetzt machen wir mal ne Stellprobe, ist mir das gar nicht so lieb. Wenn ich noch ganz Heike bin, da fehlt dann was. Die ganze Haltung stimmt noch nicht, um die Szene zu entwickeln. Bei Stellproben bin ich lieber schon im Kostüm und in der Maske, da folgt der Rest dann schon fast von selbst. Stimmt es eigentlich, dass Sie die Knef-Lieder im selben Studio aufgenommen haben wie damals Hildegard Knef? Ihre letzten Aufnahmen mit Till Brönner hat sie da produziert. Quelle: Egoli Tossell Film |
||||||||||||
| ||||||||||||